Himmelreich des Barock

Darbende Leibeigene und stolze Bürger - Essen in der Barockzeit

Wie haben die Menschen früher gelebt? Um diese Frage zu beantworten, schauen wir nicht in Bücher über Künstler und Sehenswürdigkeiten, sondern auf Speisezettel und in Kochbücher der damaligen Zeit.

Der Bauer

Der darbende, leibeigene Bauer aß weitgehend fleischlose Kost:

Lediglich an den Hochfesten

schaufelte man reichlich Fleisch, meist Rind oder Geflügel, Schweinefleisch hauptsächlich als „grünes Fleisch“, was geräuchert bedeutet.

In den Wirtschaften mussten die Leibeigenen sauren Wein vom Bodensee trinken. Nur die „Großkopferten“ leisteten sich Burgunder oder Tokajer. Man musste sich ja abgrenzen!

Der Bürger

In der Stadt hatte er es besser und darbte nicht. Zwar waren auch Mus, Suppen, Gemüse und Knöpflein tagtäglich präsent, doch am Sonntag gab es wenigstens Fleisch:


1) Die Zubereitung der gebratenen Hühner mit Stachelbeeren möchte ich ihnen nicht vorenthalten. Das Gericht ist einfach nachzukochen und schmeckt auch heute noch:

  1. Wenn die jungen Hühner rein geputzt, dressiert,
  2. in heißem Wasser etwas blanchiert und ein wenig gesalzen sind,
  3. steckt man sie an den Spieß,
  4. begießt sie fleißig mit zerlassener Butter,
  5. bratet sie schön gelb…
  6. Zur Soße dämpft man für zwei Hühner eine starke Hand voll Stachelbeeren, welche mehr reif als unreif sind, ein wenig in einem Stückchen Butter,
  7. röstet in einem anderen Geschirr einen halben Kochlöffel voll Semmelmehl in einem Stückchen Butter,
  8. streut es an die Beeren,
  9. gießt ½ Schoppen Wein und ebenso viel Wasser daran,
  10. tut so viel Zucker dazu, bis sie eine gehörige Süße hat,
  11. lässt es ein wenig kochen und
  12. richtet sie über die Hühner an.

Quellen: MG(KB) © 09/2014 (04/2013)

Weitere Informationen:

Nun, die Ess- und Trinkgewohnheiten jener Zeit sind auf kleinstem Raum wie in einem Buch nachzulesen.

Vielleicht fragen sie sich, woher ich das alles weiß?
In unseren Archiven finden sich

  • Essensordnungen z.B. Spitalordnungen oder Speiseordnungen für das Gesinde
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  • Biografien
Mit Hilfe von zeitgenössischen Kochbüchern der Region war es dann nicht schwer, das Essen und Trinken der Barockzeit zu rekonstruieren: Wer hat was, wann und wo getrunken und gegessen?

Das können Sie nachlesen in meinem reich be­­bil­­der­­ten Buch: Michael Barczyk „Essen und Trinken im Barock – Oberschwäbische Leibspeisen“, Verlag Silberburg.

 

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