Himmelreich des Barock

Highlight 2014/05: Pfingsten, das Fest und seine Bedeutung – mit Ausflugtipp

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Bei Umfragen auf der Straße zeigt es sich immer wieder, dass nur noch wenige wissen, worum es bei diesem Fest geht. Und dabei ist es einfach, wenn man die biblische Geschichte in die Gegenwart übersetzt, vielleicht auch, um seine Ängste zu überwinden.

Angsthasen bekommen Mut

Laut christlicher Überlieferung waren die Anhänger von Jesus Christus nach dessen Tod am Kreuz traumatisiert. Sie versteckten sich in Jerusalem, denn sie fürchteten sich vor den großen Volksmengen, die zum jüdischen Erntedankfest (Schawuot) aus allen Ländern gekommen waren. Und dann geschah ein Wunder, das die Bibel so beschreibt:

Ein großes Brausen wie ein gewaltiger Sturm erfüllte das ganze Haus. Zungen wie von Feuer erschienen ihnen und ließen sich auf jeden von ihnen nieder. So gestärkt wurden alle voll des Heiligen Geistes. Sie begannen in anderen Sprachen zu reden und in Worten, wie der Geist sie ihnen eingab.“ Auf unsere Zeit übersetzt, heißt das ja nichts anderes, als dass sie sich plötzlich verständlich machen konnten; dass sie sich nicht mehr fürchteten, weil sie von dem überzeugt und begeistert waren, was sie sagten. Wer einmal einen guten Redner erlebt hat, weiß, wie so etwas geht.

Bei den Jüngern war auch Maria, die Mutter Jesu, die immer in der Mitte dargestellt wird, wie in der Pfarrkirche Friedrichshafen Ailingen (siehe Abbildung oben ganz links. Bildnachweis: Andreas Praefgen, Wikimedia).

Der Heilige Geist macht’s möglich

An Pfingsten feiert die Kirche ihre Gründung, weil sie zum ersten Mal in der Öffentlichkeit erschien. Dazu brauchte sie den Heiligen Geist, wie Christus angekündigt hatte. Nach christlichem Glauben ist Gott eine Einheit aus drei Personen: Gott und sein Sohn waren durch das Geschehen an Weihnachten (Geburt Christi) und Ostern (Tod und Auferstehung Christi) bereits auf Erden präsent, der Heilige Geist aber fehlte noch. Er kam an Pfingsten. Deshalb ist Pfingsten, genau wie Weihnachten und Ostern, ein katholisches „Hochfest“ mit feierlichen Messfeiern. Der Heilige Geist wird immer als Taube dargestellt.

Ausflugstipp

Darstellungen des Pfingstwunders finden Sie am Bodensee und in seinem Hinterland (in der Abbildung oben von links nach rechts):

  1. Friedrichshafen-Ailingen, Pfarrkirche, Rosenkranzaltar links
  2. Langenargen, in der Pfarrkirche St. Martin in der Rosenkranzkapelle
  3. Friedrichshafen-Ettenkirch, Pfarrkirche, Deckengemälde
  4. Pfullendorf, Pfarrkirche St. Martin
  5. Basilika Weingarten am Kanzelkorb

Quellen: Dr. Helga Müller-Schnepper, MG(HM) © 09/2014 (04/2014)

Weitere Informationen:

Pfingsten: Datum und Name        

Auf welches Datum Pfingsten fällt, hängt ganz vom Osterdatum ab. Es ist folglich ein beweglicher Feiertag. Zwischen beiden Festen liegen 50 Tage. Daraus resultiert auch der Name „Pfingsten“, was leicht verballhornt der fünfzigste heißt. Das Christentum hat das Verhältnis zwischen diesen Festen vom Judentum übernommen, in dem  zwischen Pessach und Schawuot  50 Tage liegen.

Brauchtum: „D’Katz hot en gfressa“

Weil der Heilige Geist immer als Taube dargestellt wird, gab es beim feierlichen Pfingstgottesdienst vom Barock bis ins 20. Jahrhundert die Sitte, dass eine Taube vom Schallloch in die Kirche hinuntergelassen wurde. Die Taube war zumeist aus Holz, konnte aber auch lebendig sein. Dazu erzählte man sich in Oberschwaben folgende Geschichte:

Wie jedes Jahr sang der Pfarrer „Komm Heiliger Geist auf uns herab“ und wartete darauf, dass der Mesner eine Taube durch das Schallloch flattern ließ. Es passierte aber nichts. Er sang nochmals und nochmals und dann hörten alle die verzweifelte Stimme des Mesners:“„D’Katz hot en gfressa“.

Redewendung: „Geschmückt wie ein Pfingstochse“.

Früher wurde das Vieh an Pfingsten das erste Mal auf die Weide getrieben und in einer feierlichen Prozession durch den Ort geführt. Reich mit Blumen, Stroh und Bändern geschmückt führte dabei der „Pfingstochse“ die Herde an.

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