Himmelreich des Barock

Bauernkrieg in Oberschwaben

Martin Luther war entsetzt! Als er 1520 die protestantische Streitschrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ verfasste, sprach er von Theologie. Die Bauern dagegen verstanden Befreiungskampf, denn seit 100 Jahren litten sie unter zunehmendem Zwang und ruinösen Abgaben.

Schon mehrfach hatte es Revolten gegeben. Sie reiften jedoch erst zur Revolution, als die Reformation die passenden Argumente lieferte:

Anfang 1525 in Oberschwaben: Innerhalb weniger Wochen entwickelte sich der Aufstand zum Flächenbrand, der von drei Gruppen ausging:

In Memmingen verbündeten sich alle drei zur Christlichen Ver­ei­ni­gung, wovon sie den Schwäbischen Bund in einem höflichen Brief unterrichteten und ihre Forderungen in 12 Artikeln abfassten:

Im Schwäbischen Bund waren folgende Herrschaften vertreten:

Diese elitäre Vereinigung war zwar empört über die Frechheit ihrer Untertanen, aber sie hatte die Gefahr geahnt und durch ihren „Feldhauptmann“ Georg Truchsess von Waldburg-Zeil - später der Bauernjörg genannt, ein Heer aufstellen lassen.

Unterzeichnung des Weingärtner Vertrags am 22. April 1525:

Damit war der Bauernkrieg in Oberschwaben beendet. Verglichen mit den großen Plänen war das wenig, aber es bewirkte über die Zeit doch Veränderungen:


1) Der Truchsess wollte verhandeln, aber der Schwäbische Bund wollte mit dieser Schlacht ein Exempel statuieren, denn die Bauern hatten inzwischen die meisten Klöster geplündert und etliche Burgen gestürmt. Tatsächlich kam es eher zu einem Gemetzel als einer Schlacht, denn die Bauern flohen schon beim Anblick des Gegners. Die geübten Landsknechte setzten ihnen nach und erschlugen Tausende. Die Anführer ließ der Truchsess enthaupten.

2) Die Bauern waren weit in der Überzahl. Vor allem aber kämpften Tausende von Landsknechten in ihren Reihe. Wahrscheinlich fragten sich diese Porfis sich, ob die Bauern einen tagelangen Kampf durchhalten könnten. Und so ließen sie sich auf Verhandlungen ein.


Quellen: Dr. Helga Müller-Schnepper, MG(HM) © 09/2014 (02/2013)

Weitere Informationen:

» Schwäbischer Bund (Wikipedia)

» Landfrieden (Wikipedia)

» Schwäbischer Bund 1487

24. Dezember 1524
Gründung des „Baltringer Haufens“

1525
Im Januar
Unruhen im gesamten Gebiet vom Bodensee bis Ulm

2. Februar
Truchsess Georg von Waldburg zum Feldhauptmann des Schwäbischen Bundes ernannt

24. Februar
Gründung des „Rappertsweiler Haufens“

2./3. März
Ausweitung zum „Seehaufen“

5. März
Allgäuer und Seehaufen schließen ein Bündnis

6.-8. März
Gründung der „Christlichen Vereinigung“

14.-16. März
Abfassung der „12 Artikel“

4. April
Schlacht und Niederlage bei Leipheim

14. April
Gefecht und Niederlage bei Wurzach

17.-22. April
Vertragsverhandlungen bei Weingarten

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